Man mag es sich nicht einmal vorstellen… Das eigene Zuhause sollte für uns alle ein Refugium sein, ein geschützter Ort des Rückzugs, der zu uns gehört, in dem wir loslassen und uns zurücklehnen können – jede Menge Hausarbeit mal außer Acht gelassen ;). Wie muss es sich anfühlen, wenn sich plötzlich jemand Fremdes ohne unser Wissen mehr oder weniger gewaltvoll Zutritt in unsere eigenen vier Wände verschafft? Das Bewusstsein, dass Jemand die eigenen Sachen – Persönliches, Privates, Wertvolles – angefasst und ggf. entwendet hat: Was würde ein solcher Einbruch mit uns tun? Welche psychischen Folgen gäbe es? Wie würde es den Blick auf unser gemütliches Heim und auf uns selbst verändern? Und wenn die Täter nicht gefasst werden – wie 82% aller Wohnungs- und Hauseinbrüche – wie kehren wir mit diesem Wissen jeden Tag von neuem in unser Zuhause zurück?
Das Epizentrum der Einbrüche bildet derzeit das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Mit 4,5 Hauseinbrüchen pro 1000 Haushalte rangiert NRW leider ganz vorne in der unrühmlichen Statistik. Die wenigsten Einbrüche verbucht Bayern. Meistens wird nach Einbruch der Dunkelheit eingebrochen. In Herbst und Winter ist die Einbruchsrate höher als in den warmen Frühlings- und Sommermonaten, denn in der Regel wird bei Dunkelheit eingebrochen, meist nach 21 Uhr. Grundsätzlich orientieren sich Einbrecher auch daran, ob es wahrscheinlich ist, dass sich jemand in der Wohnung aufhält. Es kann jedoch auch zu Hauseinbrüchen kommen, während die Bewohner daheim sind. Geklaut werden vor allem Schmuck, Geldwerte und technische Geräte. Neben dem materiellen Schaden, ist ein Einbruch aber immer auch ein Schock-Erlebnis und hat oft psychische Folgen.
Fast 70 % Prozent derjenigen, die einen Einbruch in ihr Zuhause erleben mussten, geben an, im Anschluss unter psychischen Folgen zu leiden, so eine Studie der Basler Versicherungen. Einbrüche können traumatische Erlebnisse sein und langanhaltende Belastungen für die Psyche der Opfer mit sich ziehen. Konkret können das Angstgefühle, Schlafstörungen, Gereiztheit, Nervosität, Ekel sowie Gefühle der Macht- und Hilflosigkeit sein oder auch psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Probleme. 15 bis 20 Prozent der Opfer eines Einbruchs leiden langfristig unter psychischen Folgen, Ängsten und Belastungen. In der Regel sind Frauen dabei häufiger betroffen als Männer. Experten gehen darüber hinaus davon aus, dass die Angst mit zunehmendem Alter der Betroffenen steigt. Werden anhaltende Ängste darüber hinaus vom Umfeld nur schwer verstanden, kann dies das Gefühl der Hilflosigkeit verstärken.
Die Folgen von Hauseinbrüchen für unsere Psyche und unseren Alltag sind vielschichtig und individuell. Das Grundproblem ist das mangelnde Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden. Jeder Vierte zieht nach einem erlebten Einbruch um oder würde gerne umziehen. Die psychischen Folgen wachsen jedoch insbesondere bei Menschen mit Eigenheim oder älteren Menschen, die diesem Wunsch nicht nachgehen. Betroffene neigen dazu, über Nacht das Licht brennen zu lassen oder die Nachbarschaft zu observieren. Meist wird das eigene Heim aufgerüstet und mit Überwachungstechnik ausgestattet. Mitunter breitet sich die Angst auch auf andere Lebens- und Beziehungsbereiche aus, beispielsweise durch schwerwiegende Vertrauensprobleme zu den Mitmenschen oder auch irrationale Ängste, die mit dem eigentlichen Auslöser nicht mehr viel zu tun zu haben scheinen. Betroffene fühlen sich im Alltag oftmals ohnmächtig und befürchten, ein weiteres Mal Opfer zu werden und ausgeliefert zu sein.
Statistisch ist ein weiterer Einbruch nicht besonders wahrscheinlich – und dennoch möglich. So schwer dieses Wissen wiegt, genauso wichtig ist es, sich nach und nach wieder mehr zuzutrauen und die psychischen Folgen, die sich nach dem Einbruch eingestellt haben, langsam wieder in den Griff zu bekommen. Es kann eine große Hilfe sein, offen mit Familie und Freunden über die eigene Belastung zu sprechen. Auch ein Umzug oder erhöhte Sicherheitsvorkehrungen können eine große Verbesserung darstellen. Die eigenen Gedanken und Handlungen auf bestimmte Ziele zu richten hilft, egal ob das die Überprüfung der Sicherheitslücken im Haus oder des eigenen alltäglichen Verhaltens oder auch ein ganz anderes Projekt ist. Viele neigen außerdem dazu sich nach einem Einbruch zurückzuziehen, obwohl genau das Gegenteil empfehlenswert ist. Die sozialen Beziehungen zu Familie und Freunden zu pflegen, sorgt für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und lässt einen erleben, dass man sich auch an anderen Orten sicher fühlen kann. Damit wird die Bedeutung der Wohnung als Rückzugsort an sich etwas relativiert wird und die psychischen Folgen lassen sich nach und nach in den Griff bekommen.
Mit diesen Tipps erschweren Sie den Einbruch in Ihr geliebtes Zuhause erhelblich.
Ein Einbruch zieht leider oftmals verheerende alltägliche und psychische Folgen nach sich. Aus diesem Grund ist es wichtig, Probleme und Ängste zu besprechen und anzugehen, ob in Eigenbehandlung, durch Gespräche mit Familie und Freunden, in einer Selbsthilfegruppe oder im Rahmen einer Therapie. Nicht umsonst zählen Angstzustände zu den häufigsten Beweggründen für einen Besuch beim Therapeuten. Sich nachhaltig und fortdauernd durch eigene Ängste belastet zu fühlen ist kein nebensächliches Problem. Wer alleine nicht mehr weiter kommt, kann durch eine Therapie stark entlastet werden. Hier einige hilfreiche Anlaufstellen:
- Weisser Ring e.V.
- PTBS Forum
- ado - Arbeitskreis der Opferhilfen
- Annuas e.V.
Mit dem Hausrat SofortSchutzbrief als Ergänzung zur Hausratversicherung können unsere Kunden kostenlos auf Sicherheitsexperten zurückgreifen, die sowohl vor als auch nach einem Schaden Schwachstellen im Haus bzw. der Wohnung aufdecken. Diese geben wertvolle Hinweise zur sinnvollen Nachrüstung mit der entsprechenden Sicherheitstechnik. Die Basler beteiligt sich auch an den Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen nach einem Schadenfall. Mit den so genannten „Tatortreinigern“ tragen wir außerdem Sorge dafür, dass das Zuhause nach einem Einbruch komplett gereinigt und desinfiziert wird, damit sich die Betroffenen in ihren eigenen Wänden wieder wohler fühlen. Hat das mangelnde Sicherheitsgefühl nach einem Einbruch weiterhin psychische Folgen, kommen wir darüber hinaus für bis zu zehn Sitzungen bei einem Psychotherapeuten auf.
Um der Gefahr eines Einbruchs im Voraus entgegenzuwirken, lesen Sie auch unseren Blog-Beitrag: Wie sicher ist Ihr Zuhause? oder machen Sie den Basler Einbruchschutz-Check.
31. Oktober 2018
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